Blogbeitrag Warum Business-Bücher im US-Raum so beliebt sind. und was das für den deutschsprachigen markt heißt

Irgendwann schwappt die Welle immer auch zu uns – oder? Und wenn dem so ist: Welche Trends kommen in Sachen Buch dann schon bald auf uns zu?

Im englischsprachigen Raum, vornehmlich Amerika, gehört es bereits zum guten Ton, ein eigenes Business-Buch veröffentlicht zu haben. Unternehmerinnen wie Denise Duffield-Thomas und Gabrielle Bernstein zeigen, dass genau das hervorragend als Business-Strategie funktioniert.

Das Buch als Business-Strategie

DDT hat ihr erstes Buch unabhängig veröffentlicht und auch mit dem zweiten und dritten Buch ihre Mailing-Liste entsprechend aufgefüllt. Ihr Programm verkauft sich dadurch (fast) wie von selbst. Das ist nur ein kurzes Beispiel, wie ein Buch als sehr smarter und wertiger Marketingkanal funktionieren kann.

Das Besondere hieran ist tatsächlich, dass die Bücher im ersten Schritt unabhängig veröffentlicht werden. Denn es geht weniger um das Prestige eines vermeintlich großen Verlages. Es geht um den sogenannten Funnel. Ziel ist nicht, das Buch millionenfach zu verkaufen, sondern Menschen bereits durch das Buch zu unterstützen und zu Interessent:innen (und letztlich Kund:innen) für ein wesentlich hochpreisigeres Angebot zu machen. Die Bücher werden daher oft umsonst oder für einen sehr geringen Preis über die eigene Webseite angeboten und weitere Kanäle auf Social Media beworben.

Das Business-Buch in Deutschland: Es kommt langsam, aber es kommt

Ein Herangehensweise, die im deutschsprachigen schon da, aber noch nicht allzu verbreitet ist. Hier nehme ich sehr gerne Natascha Wegelin aka Madame Moneypenny als Beispiel: Sie hat ihr erstes Buch “Bali statt Bochum” (gibt es mittlerweile nicht mehr) ausschließlich über ihre Webseite bzw. ihren Blog angeboten, für den gar nicht mal so geringen Preis von knapp 30 Euro. Im Anschluss kam ein Verlag auf sie zu, bei dem sie ihr zweites Buch veröffentlicht hat, das zum Bestseller wurde. Von den über 100.000 Follower:innen auf Instagram und Facebook sowie ausverkauften Mentorings mal ganz abgesehen.

Deutschland oder der deutschsprachige Raum ist diesbezüglich allerdings eher evolutionär als revolutionär. Neue Ideen und Herangehensweisen brauchen oft viel mehr Zeit, um sich zu etablieren. Das geschieht dann eher aus der Not heraus und nicht, weil die Lust auf Veränderung da ist.

Warum deutsche Verlage umdenken müssen und unabhängiges Veröffentlichen auf dem Vormarsch ist

In den Buchhandlungen stehen daher 2021/22 nach wie vor eher Verlagsbücher als unabhängig produzierte Bücher. Aber das ändert sich langsam, denn viele Unternehmer:innen und Expert:innen haben keine Lust oder gar Zeit, lange auf die Veröffentlichung zu warten, was bei Verlagen oftmals der Fall ist. Sie wollen das Buch rausbringen, sobald es fertig ist.

Darauf werden sich die Verlage nach und nach einstellen müssen, wenn sie gute Inhalte und Autor:innen weiterhin als Erste veröffentlichen wollen. Und sie werden mehr bereits veröffentlichte Titel in ihr Programm aufzunehmen (so geschehen bei DDT). Dadurch verändert sich automatisch das Regal in den Buchhandlungen, in denen mehr und mehr unabhängig produzierte Werke ihren Platz finden. Dass dies nicht sonderlich schnell geht, ist vielmehr eine Chance als eine Last.

Warum eigenständiges Veröffentlichen eine Chance ist

Du hast momentan als unabhängig veröffentlichende Person noch ein Alleinstellungsmerkmal und die Möglichkeit, dich ebenfalls über dein erstes Buch zu einem Verlagsangebot zu schreiben. Gerade in Deutschland, denn hier liegt die Zahl mit rund 100.000 Büchern/Jahr im selbstveröffentlichten Bereich deutlich unter den 1,7 Millionen auf dem US-Markt. Die Chance ist größer, gesehen zu werden.

Ich sehe darin ein großes Potential, wenngleich ich einen Verlagsvertrag (wenn er angemessen ist) niemals ablehnen würde. Aber warten tue ich darauf nicht mehr.

Weitere Trends für 2022/23

Hier ein paar weitere Einblicke in die Trends des US-Buchmarktes (alle Quellen sind unten verlinkt):

  • Die Printversion wird nach wie vor bevorzugt. Forbes schreibt, dass Leser:innen einfach immer noch das Buch lieben, das sie in die Hand nehmen und verschenken können.
  • Der Audio-Markt werde weiter wachsen. Podcasting habe großes Potential für Publisher und so auch Hörbücher. 
  • Der Selfpublishing-Markt wächst weiter an.
  • Auch der Sachbuch-Bereich wächst. Das liegt unter anderem an Plattformen wie Blinkist, die Zusammenfassungen von Wissen liefern (Audio) und dem vermehrten Interesse an Expert:innen, ein Buch zu veröffentlichen.
  • Marketing richtet sich mehr an die eigene Community, statt über Mainstream Media ausgespielt zu werden. Das bedeutet, dass Social Media und Bloggen eines der stärksten Marketing-Instrumente im Buchbereich ist. 
  • Am wichtigsten in allen Bereichen ist daher nicht die Form der Veröffentlichung, sondern die Wertigkeit des Buches und Seriosität des Marketings, der Empfehlungen und Rezensionen.

Quellen:

  1. https://www.forbes.com/sites/forbesbusinesscouncil/2021/02/11/changing-trends-in-the-publishing-industry/?sh=35af84f43a5d
  2. https://tredition.com/self-publishing-usa/#/
  3. https://explodingtopics.com/blog/publishing-trends 

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